Hör auf, an dir zu arbeiten – sondern fang an, dich zu lieben

Drei tückische Fallen der Persönlichkeitsentwicklung

In die folgenden drei Fallen bin ich regelmäßig getappt und habe mich damit unglücklich gemacht. Vielleicht kennst du sie von dir selbst und möchtest mit diesen alten Gewohnheiten brechen.

1. Falle: Gefühle zu meinem persönlichen Problem machen

Wenn du denkst, du müsstest dich verändern, macht dich das nur noch unsicherer und unzufriedener. Nehmen wir ein Beispiel: Ich möchte mehr Gelassenheit entwickeln. Ich habe mich in der Vergangenheit in verschiedenen Situationen nicht wohl gefühlt, nicht gelassen genug, sondern angespannt und nervös. Das will ich ändern! Verständlich.

Anstatt aber nach der Wurzel des Problems zu suchen, sehe ich nur das augenscheinliche Problem: meine Anspannung, meine Ängste, und so weiter. Ich will es weg haben anstatt die Signale meines Körpers und Geistes ernst zu nehmen.

Ich sage: das sind meine Ängste, das ist mein Problem! Mit mir stimmt etwas nicht. Und dadurch grabe ich mich mental noch tiefer in mein Problem. Ich denke den ganzen Tag daran, wie ich mich verändern kann. Anstatt anzufangen zu forschen, was da in mir vorgeht, das mir meine Gelassenheit raubt.

Du kannst nicht immer gut drauf sein. Vor allem dann, wenn du Dinge denkst und glaubst, die dich belasten und dich unsicher machen. Hör auf, dich auf dein Problem zu konzentrieren sondern lass dich von deiner Unsicherheit, deinen Ängsten dorthin führen, was sie verursacht. Dafür sind negative Gefühle da: uns etwas zu zeigen.

2. Falle: Mich selbst zum Problem machen

Du kannst sofort zufrieden mit dir sein und deine Probleme lösen. Wenn du verstehst, dass du schon da bist, wo du sein willst.

Dinge besser machen liegt in der menschlichen Natur. Erfinden, reparieren, verbessern. Wenn du nun etwas erlebst, das dir nicht gefällt, was hat das mit dir zu tun? Wenn du erlebst, dass du nicht zu dem stehen kannst, was dir wichtig ist. Wenn du Angst hast, dich Dinge nicht traust, unsicher bist, hat das nichts mit DIR zu tun. Du machst dich ja auch nicht persönlich dafür verantwortlich, wenn du einen Schnupfen hast. Du machst dir keine Vorwürfe oder hältst dich für zu schwach, weil deine Nase läuft.

Manchmal graben wir uns immer tiefer ein, indem wir nicht aufhören zu buddeln und zu buddeln. So war das bei mir auch mit der Persönlichkeitsentwicklung. Ich wollte glücklich werden und meine Ängste und Panikattacken überwinden, machte mich aber immer unglücklicher und ängstlicher. Weil ich mich auf meine Probleme konzentrierte und mich selbst zu einem dauerhaften Problemfall machte, über den ich mir dauernd Sorgen machen musste. Ich fand immer mehr an mir, das ich noch verbessern wollte.

Es geht nicht darum, dich zu verändern. Selbstbewusstsein ist, zu verstehen, dass du dich nicht ändern musst. Aber wie geht das?#

Zum Beispiel so:

3. Falle: Auf eine bessere Zukunft warten

Ok, du denkst, du hast ein Problem. Du traust dich nicht? Du hältst dich selbst für nicht okay? Und du willst etwas dafür tun, damit du dich änderst. Genau das ist aber dein Problem. Die Aufgabe ist, genau hier zu sein, genau jetzt, denn :

Angst existiert nur beim Blick in die Zukunft und Traurigkeit nur beim Blick in die Vergangenheit.

Du hättest keine Angst, wenn du dir nicht vorstellen würdest, was passieren könnte. Und du wärst nicht deprimiert, wenn du nicht drüber nachdenken würdest, was passiert ist in deinem Leben.

Mit dem gegenwärtigen Moment kannst du immer klar kommen. Denn er ist schon da! Du kommst bereits damit klar! Aber mit der furchteinflößenden Zukunft oder der schief gelaufenen Vergangenheit kannst du nicht klarkommen, weil sie nicht veränderbar sind. Sie überdecken wie ein Schatten in deinem Kopf alles, wofür es sich zu leben lohnt.

Persönlichkeitsentwicklung ist also nicht, dich immer wieder daran zu erinnern, was mit dir nicht stimmt (Vergangenheit) oder dich auf deine Ängste zu konzentrieren (Zukunft). Sondern es ist, in die Gegenwart zu kommen und ihr mehr Beachtung zu schenken als der Vergangenheit und Zukunft, die beide nur in deinem Kopf existieren.

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