Gedanken verändern sich, Überzeugungen verändern sich, während wir uns weiterentwickeln. Wie Wolken am Himmel. Wir haben es aber in der Hand, ob es Regenwolken sind oder freundliche, fluffige Dinger, die einen perfekten Sommertag noch schöner machen.

Trotzdem: ich weiß nie, was ich im nächsten Moment tun oder denke werde. Warum ich Herz bis Kopf mache, kann also nur eine Momentaufnahme sein dessen, was mir JETZT wichtig ist und am Herzen liegt.

Trotzdem eine Beschreibung, warum ich diesen Blog mit Leben Fülle:

Ich LIEBE es, Websites zu machen, groß zu machen und viele Besucher darauf zu sehen.

Ich liebe das Schreiben – saß schon im Kinderzimmer als ehrenamtlicher Online-Redakteur anstatt Hausaufgaben zu machen.

Ich will von meiner Leidenschaft leben.

Indem ich formuliere und anderen darüber erzähle, was ich gelernt habe, verstehe ich mich selbst besser und das bringt mich selbst weiter. Das Schreiben strukturiert meine Gedanken.

Ich liebe es, mich mit Menschen zu verbinden über das, was sie sich wünschen und wo ich etwas beisteuern kann für ihr Glück und ihre Zufriedenheit und Freiheit.

Das, was andere sich wünschen, wünsche ich mir auch. Kein Wunsch dieser Welt ist mir wirklich fremd. Ich bin gerne da, um Hilfestellung zu geben damit jeder seine tiefsten Wünsche erreicht. Ich fühle mich dadurch verbunden mit euch. Indem ich jemandem „diene“, bekomme ich mehr, als wenn ich nur schaue, was ich bekommen kann.

Andererseits: Jeder dieser Gründe steht in meinen Gedanken mal mehr mal weniger im Vordergrund. Ich merke, es tut mir gar nicht gut, definieren zu wollen, warum ich tue, was ich tue. Was mich antreibt. Während ich im Bus 51 Richtung Romanplatz sitze, stelle ich mir vor, wie ich etwas tue, worüber sich Menschen freuen. Wie eine Frau mir schreibt, dass meine Texte ihr Leben verändert haben. Und das ist schön.

Aber während ich hier sitze, ist es doch nur eine Vorstellung. Leer und farblos im Vergleich zur prallen Realität. Um mich herum steigen Leute in den Bus und ich verpasse sie, während ich über meine Motive nachgrüble.

Diese Gründe, Gedanken und Bilder sind gut, aber alle austauschbar. Alles „nur“ Gedanken. Schöne Gedanken, aber vergänglich wie Wellen, und sie kommen auch wie Wellen – sie sind da, und dann wieder weg. Da, und wieder weg. Und wenn ich schlafe ist Ebbe; wenn ich aufgeregt oder verwirrt bin, ist Flut.

Wenn ich mich aufhöre zu fragen, warum ich es mache, bin ich frei. Wenn ich mir eingestehe, dass ich es nicht genau und sicher weiß. Wenn ich wieder einfach tue, was ich tue anstatt darüber nachzudenken.

Vielleicht konnte ich dir jetzt einen ungefähren Eindruck geben, warum ich diese Seite mache und meine Artikel schreibe. Ich tue es, weil es richtig für mich ist – bis es das vielleicht irgendwann nicht mehr ist. Sicher wissen kann ich nichts. Das meinte der alte Mann vielleicht mit: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

Wer so lebt, der ist frei. Wer seine Gedanken kommen und gehen lässt, und sieht, dass Wahrheit immer nur eine Momentaufnahme ist. Und trotzdem das Leben da ist, immer da, und man es genießen kann.