Sie hatte mich fast 10 Jahre lang im Griff: die Angst vor der Angst. Panikattacken, oft ständige innerliche Anspannung, Rückzug von allem – das schien mein Los auf immer und ewig zu sein. Irgendwann war ich am Punkt angelangt, dass ich bereit war, meine größten Alpträume wahr werden zu lassen, weil ein Leben im Griff der Angst vor der Angst nicht lebenswert ist. Ich denke, ich wäre heute tot oder wahnsinnig, wenn ich die folgende Frage nicht für mich entdeckt hätte.

„Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?“

Was wir denken, wird früher oder später wahr; wenn auch nicht in der Realität, dann in unserer Phantasie. Leider kann unser Körper nämlich nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheiden. Bei der Angst vor der Angst stellen wir uns zum Beispiel vor, was passieren könnte. Die Bilder in unserer Vorstellung (die Bilder von dem Unglück, dem Alptraum, eben von dem, das nicht passieren soll) führen uns erst richtig in die Sackgasse. Es sind nur Vorstellungen, aber unser Körper reagiert darauf, als würden wir es echt erleben.

 Wir wissen nicht, was passieren wird. Wir wissen nicht, ob unsere Alpträume wahr werden. Aber wir lassen die Alpträume JETZT geschehen, „in uns“, wenn wir sie uns vorstellen. 

Achtung: „…könnte…“ gibt es für unseren Körper nicht.

Wenn ich denke, „ich könnte gleich an einem Herzinfarkt sterben“, dann versteht mein Körper: „Ich WERDE gleich an einem Herzinfarkt sterben“.

Denn ich stelle mir vor, wie das sein wird. Wie ich da liege und an meine Tochter denke. Mir wünsche, ich hätte sie öfter gesehen. Und wie mir schwarz vor Augen wird. Und wenn ich mir das vorstelle, schaltet mein Körper auf Alarmstufe Rot. „Hier wird gleich einer sterben! Flucht! Hilfe! Schweiß! Zittern.“

Dieser Effekt wirkt übrigens auch positiv: Beim Placebo. Es reicht der reine Glaube daran, dass die mehlige Pille gegen die Kopfschmerzen helfen wird: Der Körper heilt sich selbst. Weil wir davon überzeugt sind.

Meine Medizin: Die Wahrheit erkennen

Die Frage „Kann ich absolut sicher wissen, dass das wahr ist“, kann augenblicklich Ruhe in den gequälten Geist bringen.

  • Ich werde eine Panikattacke bekommen – kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  • Ich werde meine Arbeit nicht richtig machen können – kann ich ganz sicher sein, dass das wahr ist?
  • Es wird wieder so schlimm werden! – kann ich ohne jeden Zweifel wissen, dass das stimmt?

Nein! Ich kann es nicht sicher wissen. Und diese Erkenntnis ist so einfach wie genial zugleich. Ich kann dann oft zusehen, wie in mir alles aufatmet. Ich kann tief Luft holen. Mein „nein“ auf meine Frage ist wie eine Freikarte aus dem Knast. Aus meinem seelischen Gefängnis, in das ich mich selbst stecke, wenn ich alles glaube, was ich denke.

Diese Frage ist Teil der Selbsthilfe-Technik „The Work“ von Byron Katie. In diesem Artikel findest du mehr über The Work.

Nettes Zitat zum Schluss:

 Sie dürfen nicht alles glauben, was Sie denken. 

Heinz Erhardt

Sieh dir meinen Vortrag über angstfreies Selbstbewusstsein an:

Wenn wir unsere Gedanken hinterfragen, lernen wir uns selbst erst richtig kennen. Das ist der eigentliche Sinn des Wortes Selbstbewusstsein – ein Zustand, in dem wir uns unserer Stärke und Sicherheit bewusst sind. In dem wir fühlen, wer wir wirklich sind (anstatt nur drüber nachzudenken). In dem wir mit uns selbst zufrieden sind, und die Liebe leben können: Ein Leben, ohne Probleme. Wenn Du möchtest, hol Dir meinen Vortrag zum Thema Selbstbewusstsein: Selbst, bewusst und glücklich. Hier geht es zum Vortrag.

Vorschau:

Mein Vortrag für tiefes Selbstbewusstsein: „Selbst, bewusst und glücklich“:

  

Hier erfährst du mehr zum Vortrag (klicken)

Bild: Pixabay

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