Gibt es etwas in deinem Leben, das du schon lange vermisst? Das schon lange nicht klappt? Das dir schon lange fehlt? Vielleicht suchst du am falschen Ort. Viel wahrscheinlicher aber ist aus meiner Erfahrung: Du suchst nicht das Richtige. Du übersiehst das Richtige für dich. Du suchst an deinem Herz vorbei. Es wartet vielleicht noch etwas anderes auf dich, bevor du dorthin kommst, was du dir vorstellst. Ich kann, wie immer, nur von mir sprechen.

Gidon Wagner

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Hi, ich bin Gidon – Journalist und Buchautor. Ich beschäftige mich nun seit über 10 Jahren damit, was Menschen glücklich macht.

Ein Beispiel: Ich wollte jahrelang reich werden, eine große Firma aufbauen. Und es wollte einfach nicht klappen. Heute sage ich: Zum Glück! Denn was ich heute mache, macht mich 100 mal zufriedener als das, was ich vor ein paar Jahren gemacht habe.

Aber bis ich das gemerkt habe, sollten viele anstrengende, kraftraubende Monate und Jahre vergehen, die mich fast in den Wahnsinn getrieben hätten.

Mein Kampf gegen das Leben und gegen meine Natur hat mich fast zugrunde gerichtet. Eigentlich wollte ich doch nur zufrieden sein. Ich wollte das Gefühl haben, endlich angekommen zu sein. Und dachte, ich brauche dafür etwas bestimmtes.

Wenn dir das Leben immer wieder eine Umleitung anbietet… setz‘ den Blinker!

Ich suchte etwas, das es gar nicht gab. Ich jagte einer Vorstellung hinterher. Einer bellenden Katze. Gibt’s nicht! Vorstellungen haben selten etwas mit der Realität zu tun:

  • Ich hatte mich in Wirklichkeit nie gefragt, ob ich wirklich ein großes Unternehmen aufbauen möchte. Ob ich alles meistern will, was dazugehört.
  • Menschen einstellen, Menschen kündigen, anstatt auf Augenhöhe mit anderen Kreativen zu arbeiten.
  • Den Büro-Betrieb organisieren, anstatt zu texten.
  • Persönlich für alle und jeden immer ansprechbar sein, anstatt kreativ vor mich hin zu spinnen.
  • Die Firma wachsen lassen zu müssen, anstatt nur mit meinen Lieblingskunden zu arbeiten.

Das ist für mich eine bellende Katze. Ein Luftschloss, das nicht wirklich von Herzen kommt. Das soll nicht heißen, dass du nichts an deiner Situation verbessern kannst. Oder dass Träumen uns nicht weiterbringen kann. Aber wenn du deine bellende Katze aufgibst, deine limitierende Vorstellung vom Leben auflöst; wenn du aufhörst, einer hinkenden Illusion hinterherzulaufen, bekommst du viel mehr, als du dir ursprünglich gewünscht hast. So passiert es mir zumindest regelmäßig. Du siehst nicht mehr durch einen engen Tunnel, sondern ins weite Tal. Dafür hilfreich ist, das eigene Denken in Frage zu stellen.

Wie erkennt man, dass man einer Illusion hinterher jagt?

Ich glaube, das sicherste Zeichen dafür ist, dass es sich nicht mehr gut anfühlt.

Scheitern ist die eine Sache. Ich kann meine Firma an die Wand fahren und unbehelligt weiter machen. Ich kann die zehnte Beziehung des Jahres eingehen, weil ich mich schon wieder verliebt habe. Kann das tausendste einzeilige Gedicht an den Verlag schicken, in der Hoffnung, doch noch als nächster Rainer Maria Rilke raus zu kommen.

Solange es sich gut anfühlt.

Sobald ich mich dabei aber verkrampfe und mir nur noch wünsche, endlich anzukommen, um dann drei Monate Urlaub nehmen zu können, riecht es für mich verdächtig nach Illusion. Als bellende Katze.

Wenn ich mein Leben als nicht mehr gut erkläre, bis ich an meinem Ziel angekommen bin. Dann bin ich der bellenden Katze auf den Leim gegangen. Ich stelle mir die Katze wunderschön vor, verschmust, verspielt, treu wie ein Hündchen. Aber das, was ich suche, gibt’s nicht. Nur in meiner Phantasie und nicht mit dem Gefühl, das ich damit verbinde. Ich mache mich nur unglücklich.

Konkreter: Was meine ich damit?

Oft verlangen wir vom Leben das Unmögliche:

  • Glück in einer Beziehung, während man ununterbrochen krank vor Sorge ist, den anderen nicht zu enttäuschen und sich seinen Kopf macht.
  • Erfolg in einem 80-Stunden-Job, obwohl in einem der Wunsch nach einer eigenen Familie lodert.
    Inneren Frieden, obwohl in mir nur Krieg herrscht.
  • Das „wahre Selbst“ finden, obwohl es das gar nicht gibt, zumindest nicht so, wie man es sich vorstellt.

Die unsichtbare Wand

Das Streben nach Glück kann dich weiterbringen, auch das Streben nach Erfolg. Das Suchen nach echtem Sinn, und nach Frieden. Aber man kommt in Wirklichkeit nur sich selbst näher. Alles, was man sucht, ist in einem selbst. Irgendwann, wenn man kurz vor dem Ziel steht, muss man also die Suche aufgeben. Sonst achtet man nicht auf sich selbst, sondern weiter nur auf alles um einen herum.

Die unsichtbare Wand ist die oberflächliche Beziehung zu mir selbst und mein fehlendes Bewusstsein für die Lösungen, die in mir schlummern. Solange das nicht da ist, werde ich ewig im Leben herumirren mit dem Gefühl, dass etwas fehlt.

Ich werde immer mehr „schaffen“, kaufen und ausprobieren, und dabei immer verzweifelter werden, weil das fehlende Puzzleteil zum vollkommenen Leben einfach nicht zu finden ist. Die letzte Gehaltserhöhung hat mich schon wieder nicht glücklich gemacht! Scheiße! Morgen war doch nicht so gut, wie ich dachte. Übermorgen wird sicher besser!

Also:

  • Ich finde mein Glück in Beziehungen nicht, solange ich nicht mit mir selbst völlig zufrieden sein kann. Sonst werde ich immer den anderen als Bestätigung brauchen und nie dauerhaft bekommen, was ich will. Nicht die Beziehung ist die Lösung oder das Problem, sondern meine Beziehung zu mir selbst.
  • Und ich finde keinen Frieden, solange ich nicht akzeptieren kann, dass jetzt in mir alles tobt. Nicht der Unfrieden in mir ist das Problem, sondern mein Widerstand gegen den Unfrieden. Verteidigung ist die erste Kriegshandlung, sagt Autorin Byron Katie. Und sie hat Recht damit. In der Vergangenheit brauchte es vielleicht Krieg, um den Wert des Friedens kennenzulernen. Aber machen wir nicht mehr uns selbst zum Feind, indem wir gegen unsere eigenen Gedanken kämpfen und unsere unabänderbare Vergangenheit zum Dauerproblem machen.
  • Und ich finde nicht zu mir selbst, solange ich denke, ich wüsste sowieso schon, wer ich bin. Ich weiß einen Scheiß. Nicht ich bin das Problem, sondern meine Vorstellung von mir und wie ich sein sollte.

Vom Rennen erholt man sich nicht durch noch mehr Rennen

Wenn ich etwas seit langem suche und einfach nicht finde, will mir das Leben vielleicht sagen: Du brauchst etwas ganz anderes.

Oft brauche ich aus meiner Erfahrung die Einsicht, dass ich schon habe, was ich will. Ich muss stehen bleiben, mich in Ruhe hinsetzen und eine Liebesbeziehung mit mir selbst anfangen. Mich kennenlernen, mir selbst vergeben, Interesse an mir selbst bekommen.

Sonst übersehe ich, dass ich jetzt alles habe, was ich wirklich brauche. Bleiben wir bei den Themen und Beispielen aus der Einleitung:

Frieden

Irgendwo in mir ist schon Frieden, auch wenn ich pausenlos am grübeln bin. Er ist schon jetzt da und ich muss ihn nicht mehr fieberhaft und völlig gestresst suchen. Meine Natur ist Frieden. Im Schlaf. Vor einem Gedanken. Zwischen zwei Gedanken. Wenn ich nicht mehr will, als ich jetzt gerade habe.

Gerade das fieberhafte Suchen nach Frieden und Erfüllung bringt mich zwar bis zu einem gewissen Punkt weiter, aber dann wird die Bemühung selbst zum Problem. Ich bin rund um die Uhr nur noch damit beschäftigt, wie unvollkommen und unerleuchtet ich bin, anstatt endlich Frieden damit zu schließen, dass ich nur ein Mensch bin. Dieser Frieden ist aber übermenschlich gut.

Glück in Beziehungen

Und irgendwo ist auch das Glück in mir, auch wenn ich mich in meiner Beziehung mal wieder völlig verloren fühle. Solange ich mein Glück vom anderen abhängig mache, gibt es das Glück für mich nicht. Zumindest nie für lange Zeit. Glück ist, frei zu sein von einem bestimmten Ding, Zustand oder Erfolg und das zu feiern, was ich habe.

Wenn wir glücklich sind, wollen wir nicht mehr, als wir haben. Wir denken aber, es seien die Dinge und Menschen in unserem Leben, die uns glücklich machen. Stimmt nur indirekt. Denn Glück ist die Abwesenheit von „mehr wollen“.

Deswegen kaufen viele von uns so gerne ein. In dem Moment, wo ich die neue Hose oder dicke Digicam in der Hand halte, will ich für einen kurzen Moment nicht mehr, als ich habe. Ich bin glücklich.

Aber ich kann 100 Millionen Euro im Lotto gewinnen und nach zwei Wochen wieder unglücklich sein, weil ich angeblich keine “echten” Freunde habe. Ich kann tolle Freunde haben, mehr als ich zählen kann, und mich über mein scheinbar zu kleines Gehalt ärgern.

Egal, was mich freut: Das Glück hält meistens nicht lange an. Warum? Weil ich bald mehr will. Weil ich beginne, das Leben und meinen Besitzstand als selbstverständlich zu empfinden.

Ich sage nicht, dass wir uns nicht weiterentwickeln oder etwas bekommen können, das wir haben wollen. Aber wir denken, die Dinge und Menschen in unserem Leben seien schuld an unserem Unglück. In Wirklichkeit ist es aber die innere Einstellung zu den Dingen, die über meine Zufriedenheit entscheidet.

Ich kann für jeden Furz dankbar sein!

Wie glücklich kann ich sein, dass ich lebe, dass ich hören, schmecken, riechen und sehen kann, auch wenn ich mich gerade mit meinem Partner gestritten habe? Wie viel Streit bleibt übrig, wenn ich diese Dankbarkeit lebe? Glück ist nichts, was ich finde. Es kommt wieder zum Vorschein, wenn sich in meinem “Wegwollen” eine Lücke auftut.

Jede kleine Unzufriedenheit mit dem Leben ist eine Wolke, und alle Wolken zusammen verdecken die Sonne.

Kein Grund, passiv zu werden: Natürlich kann ich die Gegenwart lieben und gleichzeitig das tun, was ich will! Kein Grund, sich hängen zu lassen oder in einer Beziehung zu bleiben, die mir nicht gut tut.

Im Gegenteil: Dankbarkeit fürs Leben wird mir mehr positive Energie geben, um etwas zu verändern.

Mich selbst finden

Ich bin schon längst ich selbst – ich muss mich nicht finden. Ich muss nicht drüber nachdenken und analysieren. Das bringt mich nur immer weiter weg von mir selbst. Ich muss hinsehen und beobachten. Solange ich denke, ich wüsste, wer ich bin oder wie ich sein sollte, übersehe ich, wer ich wirklich bin.

Kleiner Tipp: Mein Spiegelbild zeigt mir nur, wie ich aussehe, aus ein bis zwei Metern Entfernung. Es zeigt mir nicht, wer ich bin.

Alles, was man über dich und mich sagen und denken kann, ist nur eine Beschreibung. Eine Interpretation desjenigen, der uns beschreibt. Und derjenige kann auch ich selbst sein. Es ist dann meine Interpretation, wer ich bin.

Der Traumjob

Mein Lieblingsberuf ist, immer mehr ich selbst zu sein und dem zu folgen, was mir mein Bauchgefühl sagt.

Mein Herz, die leise Stimme in mir. Nenn’ es, wie du willst.

Ich persönlich bin sogar gezwungen dazu, weil ich mich inzwischen sofort schlecht fühle, wenn ich etwas gegen meine Intuition mache.

Ich muss mich nicht schweren Herzens für oder gegen etwas entscheiden – um beim 80-Stunden-Job und gleichzeitigen Kinderwunsch zu bleiben: Kinder oder Karriere? Was für eine lächerliche Frage, wenn ich doch schon genau weiß, was ich will. Ich muss auf mein Gefühl hören. Das ist auch Übungssache.

Mehr zum Thema: Warum ich keine Ziele brauche, um erfolgreich und glücklich zu leben

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