Angst kann uns lähmen, das Leben zur Hölle machen. Aber sie kann auch eine wertvolle Freundin und Ratgeberin sein, wenn wir wirklich zuhören anstatt nur unsere Gefühle wegzudrücken. Meine Angst war mein Lehrer. Meine Triebfeder. Sie hat mir meinen Stolz genommen, der mich bremst. Sie kann das wegspülen, was nicht echt ist. Was nicht wirklich wichtig ist. Ich gehe ihr auf den Grund und bekomme viel mehr zurück als ein angstfreies Leben. Vielleicht ist ja auch dein größtes Problem eine riesige Chance.

Gidon Wagner

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Hi, ich bin Gidon – Journalist und Buchautor. Ich beschäftige mich nun seit über 10 Jahren damit, was Menschen glücklich macht.

Mein größtes Problem war mein größtes Glück

Viele Jahre lang hatte ich Panikattacken, davon über ein Jahr lang fast täglich. Ich war ein schlechter Schüler, habe nur sehr langsam daraus gelernt gelernt. Aber jede Minute mit diesen Gefühlen war nötig, um mich hier hin zu bringen.

Ist es nicht beklagenswert, wenn wir leiden? Wenn ich Angst habe, Schmerzen, wenn ich nicht mehr weiter weiß? Ja und nein. Eine Frage der Perspektive. Was ist Symptom? Was ist Ursache? Ich dachte lange Zeit, dass ich meine Angst loswerden muss. Die Angst vor schrecklichen Dingen, die mir oder anderen passieren könnten, die ich liebe. Nach weit über 20 Jahren der Angst – soweit ich mich erinnern kann – muss ich mir eingestehen: Meine Angst hat mir Kraft gegeben; sie hat mir den echten Wert des Lebens beigebracht, sie hat mich gelotst in eine gute Richtung.

Sie hat mich auch weicher und gleichzeitig stärker gemacht. Sie hat mich durchgerüttelt, die ganze Dummheit und Arroganz aus mir herausgeschüttelt, zum Schmelzen gebracht. Mich demütig gemacht. Sie hat mich alles in meinem Leben infrage stellen lassen, und ich weiß jetzt besser denn je, was richtig für mich ist. Glaube ich.

 “Keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt“ 

Das soll Hermann Hesse gesagt haben. Dieser Beitrag soll dazu ermutigen, Probleme in einem anderen Licht zu sehen. Natürlich tun sie weh. Sie halten uns nachts wach. Sie verfolgen uns und nagen an uns. Aber was wirklich an uns nagt, sind unsere starren Vorstellungen, was passieren wird und wie das Leben sein sollte.

 

Ich habe mit meiner Sorge und Panik zum Beispiel gelernt, dass Angst freiwillig ist. Dass ich unbewusst die Angst in mir immer wieder auflodern lasse, weil ich unter meinen Möglichkeiten lebe. Weil ich mir vorstelle, was Furchtbares passieren wird, immer und immer und immer wieder. Damit kann ich aber sofort aufhören: Ganz einfach, indem ich mir die Frage stelle, ob ich ganz sicher wissen kann, was passieren wird.

Meine Gedanken beschreiben die Realität nur – sie sind NICHT die Realität

Auf diese prickelnde und zugleich nüchterne Möglichkeit bin ich früh gestoßen, mit ungefähr 20. Erst acht Jahre später habe ich begriffen, wie wichtig diese Fähigkeit unseres Verstandes ist; sich selbst zu hinterfragen, tief zu hinterfragen. Und damit der Wahrheit etwas näher zu kommen.

 Und das Geilste an der Sache: Die Wahrheit ist immer gut. Weil das Leben gut ist. Nur ein Mensch kann auf die Idee kommen, das Leben sei nicht gut. Und das macht ZURECHT Angst. 

Die meisten meiner Probleme sind Hirngespinste – und versteckte Wegweiser zum prallen, schönen Leben

Ich sage nicht, dass deine Probleme Einbildung sind. Sie sind völlig real, solange wir sie für real halten. Denn es kommt für jeden Menschen nur auf seine eigene Wahrheit an. Danach richten sich alle unsere Entscheidungen; jede Zelle unseres Körpers reagiert auf das, was wir für real halten.

Wie kann ich meine Probleme positiv nutzen?

Angst und Probleme haben eine eigene Stimme, die in uns spricht. Sie sind Geschichten, die wir uns in Wirklichkeit natürlich selbst erzählen. „Ich muss mehr Geld verdienen“. „Etwas Schreckliches wird mir passieren“. „Er oder sie wird mich verlassen“.

Echt? Kann ich ganz sicher sein?

Diese Geschichten sollen uns schützen. Unsere erste Reaktion darauf ist meistens, etwas nicht zu tun oder vorsichtig durch die Welt zu gehen. Dabei lösen wir aber höchstens das Symptom für kurze Zeit, aber die Geschichten und die damit verbundenen Schreckensbilder laufen weiter in uns ab.

Eine einfache Frage kann diesen Kreislauf aber sofort unterbrechen: Ist das wahr? Die Antwort gebe ich nicht mit meinem Verstand, sondern ich fühle sie. Ich antworte mit meinem Bauch, mit meinem Herz. Diese Frage ist Teil der Methode The Work, über die ich hier im Blog öfter schreiben werde.

 Damit werden Probleme zu Gelegenheiten, mich selbst besser kennen zu lernen – und das, was wirklich wahr und wichtig für mich ist. 

Ich sehe die Welt mit anderen Augen, wenn ich die Ursachen, die oft naiven Geschichten hinter meinen Ängsten und Sorgen endlich kenne und durchschaue. Und während ich diese Märchen entlarve – Märchen wie „Ich kann anderen Menschen nicht vertrauen“ – verstehe ich auch besser, wie ich mein Leben ab jetzt führen will. Was JETZT zu tun ist, um ohne Probleme, mit Freude und selbstbestimmt zu leben.

Früher habe ich auf meine Ängste blind reagiert. Heute befrage ich sie, was sie mir sagen wollen. Angst und Sorgen sind wie körperlicher Schmerz: Ich fasse auf die heiße Herdplatte – aua – ich nehme die Hand sofort zurück. Angst und Stress sind da, wenn ich schmerzlich über mich und andere denke.

Beispiel: „Er wird mich abweisen“… Sofort kommen  entsprechende Gefühle in mir auf, wenn ich das glaube. Ich stelle mir vor, wie ich abgewiesen werde, und es fühlt sich schon so echt an. Obwohl in Wirklichkeit noch gar nichts passiert ist. Ich kann nicht sicher wissen, dass er mich abweisen wird. Ich rechne aber fest damit. Ich lebe in einem Traum!

Wenn ich den Alptraum in mir aufdecke und sehe, es sind nur Vorstellungen, Gedanken, nicht die Realität, verschwindet das Gefühl. Ein echt guter Mechanismus. Sonst könnten wir am Ende im Alptraum stecken bleiben, ohne es zu merken.

Danke, liebe Angst

So, wie ein guter Freund mir einen Rat geben kann, sind auch unsere Probleme und Ängste gute Ratgeber – wenn wir ihnen zuhören und sehen, was dahinter steckt. Sie zeigen uns, was wirklich wahr für uns ist, sie lassen uns nicht in Ruhe, bis wir genau hinsehen. Wie Steinchen im Schuh. Wir sagen ja auch nicht, Herdplatten sind schlecht, weil wir uns daran verbrennen können. Wir verstehen, dass man da nicht drauf fasst.

Anstatt gegen Angst anzukämpfen oder blind darauf zu reagieren, können wir ihr Aufmerksamkeit schenken. Wir können uns dem Leben fügen, das sowieso stärker ist als wir und unser Wille. Dadurch nehmen wir uns auch nicht mehr als getrennt vom Leben wahr. Und in diesem Zustand gibt es keine Angst, nur richtige Entscheidungen, die wir intuitiv treffen. So können wir uns treiben lassen, intuitiv leben – wie es uns gut tut.

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