Ich will lieben. Wo ist das Gefühl? Ich vertrockne. Es will raus. Ich habe ein großes Loch im Bauch. In der Brust. Nichts scheint zu reichen, um dieses Loch zu füllen, dieses Vakuum. Wo ist die Liebe in meinem Leben?

Ich stürze mich von der einen in die nächste verdammte Sache. Klammere mich an Menschen, und nehme die Beine in die Hand, wenn ich Abneigung finde statt bedingungslose Akzeptanz.

Ich fühle mich verurteilt, und merke nicht, dass ich selbst urteile. Ich stecke meine Lieben in Schubladen, mache mir ihren Kopf, frage mich, wie sie so herzlos sein können. Bin ich falsch auf diesem Planeten? Stimmt etwas nicht mit mir? Was ist mit all den Traumpartnerinnen los, die auf mich warten? Warum sitze ich hier allein?

Ja, mir fehlt Liebe in meinem Leben. Und mit den Jahren wird mir immer klarer, es ist nicht die Liebe eines anderen Menschen, die mir fehlt. Immer schaue ich auf das, was mir fehlt. Ich starre nach unten, auf dieses Loch in meiner Brust, das sogar das Licht zu schlucken scheint, bis ich nur noch Dunkelheit sehe und fühle.

Von schwarzen Löchern sagen manche, sie seien das Böse im Universum. Sie verschlingen alles, sogar das Licht. Das Böse in meinem Leben ist nicht die Gleichgültigkeit, mit der mir andere angeblich begegnen. Es ist dieses Loch, dort wo mein Herz schlägt, da, wo das Blut auf vier Kilometer pro Stunde beschleunigt, da wo ihr alle reinpasst und verschwindet. Ihr könnt nie nett genug zu mir sein. Ihr könnt mich nicht oft genug ansprechen.

Ich bekomme nicht genug. Nie schaue ich auf die Haben-Seite – auf das, was ich bin, was ich habe. Immer bin ich in dieser Rolle; dieser Kerl, der etwas sucht.

Immer sehe ich, was mir noch fehlt, als wäre das Leben ein Supermarkt und ich ein Bettler mit einem Einkaufswagen, in dem alles verschwindet, was man hineinlegt.

Nur in ganz wenigen Momenten sehe ich, fühle ich, weiß ich, was ich habe. Das Loch ist verschwunden. Da bin ich und jeder Atemzug ist Überfluss, und ich möchte etwas verschenken, anstatt nur darauf zu hoffen, was ich wohl bekomme. Liebe. Aufmerksamkeit. Zärtlichkeit.

Kein Wunder, dass es umschwingt, ins Gegenteil, wenn ich finde, was ich suche. Wenn ich mit dir auf der Couch sitze und noch immer nicht genug habe. Das schwarze Loch in meiner Brust hat die Stimmung aufgesaugt, und ich sehe noch immer nur dich, nicht mich: Dieses ganze Universum voller Gedanken, Ideen, Möglichkeiten, ja: Liebe.

Zwei Körper. Ein Universum.

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3 Kommentare
  1. Andi
    Andi sagte:

    Hi, die Gedanken, die du hier beschreibst, gehen mir in ähnlicher Form auch immer wieder durch den Kopf. Und der Punkt „…ich möchte etwas verschenken, anstatt nur darauf zu hoffen, was ich wohl bekomme“ verfolgt mich ebenfalls – hier möchte ich anmerken, dass es mit dem Verschenken schwierig wird, wenn das Geschenk, das man herzugeben bereit ist, niemand annehmen möchte. Und in die Ungewissheit hinein verschenken endet wieder in Unzufriedenheit, Traurigkeit, vielleicht auch Verzweiflung. Wenn es niemanden gibt, der diese Geschenke annehmen möchte, wohin dann damit? LG, Andi

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