Schlüsseldienste: Alles Betrüger! Kennst Du den Gedanken? Er ist nachvollziehbar. Denn die Branche ist voll von zwielichtigen Kollegen. Aber es gibt Ausnahmen. Nein: In Wirklichkeit sind die wenigsten Betrüger. Die meisten bleiben fair, statt wehrlose Kunden Nachts um 3 Uhr im Schlafanzug um den letzten Cent zu bringen. Aber wer würde denken, dass einige ihren Job sogar aus Liebe machen? Durch Zufall lernte ich einen kennen und er brachte ein paar meiner Vorurteile ins Wanken. Gedanken darüber, warum wir unsere Vorurteile dringend zu Papier bringen und hinterfragen sollten.

Vorurteil: „Es geht nur um Geld“

Wenn vor mir ein 50-jähriger Handwerker steht und mir davon erzählt, dass er den ganzen Tag zu Kunden fährt um ihre zugefallenen Türen aufzusperren, denke ich mir: Ha, der hat einen guten Weg gefunden, um Kohle zu machen. Nachdem mir Mahdi Kozbari geholfen hatte, meine Tür aufzumachen, entwickelte sich ein gutes Gespräch. In einem Nebensatz erwähnte er:

 Mir geht es um den Moment, wo die Tür aufgeht und meine Kunden mir vor Freude fast um den Hals fallen. 

Ich konnte gar nicht glauben, was ich da hörte. Solche Worte hätte ich von einem Arzt erwartet, der ehrenamtlich in Krisengebiete fährt um dort Kinder zu retten. Ich hätte solche Worte von einem Seelsorger erwartet oder von jemandem von der Fernsehlotterie, der in der Abteilung sitzt, die die Glücklichen über ihre Millionengewinne informiert. Aber von einem Schlüsseldienst-Mitarbeiter? Nein.

Jedes Urteil ist ein Vorurteil, das darauf wartet, dass wir es hinterfragen

Ich mache fast täglich die Erfahrung, dass ich Menschen nicht nach ihrem Äußeren beurteilen kann. Da entpuppen sich grimmig aussehende Kerle im Drogenhändler-Look als gesprächige Floristik-Studenten, die mich an der Kasse vorlassen. Und auch der Beruf sagt nichts über Menschen aus. Da geben sich professionelle Schlossknacker als maßlos enthusiastische Helfer zu erkennen, während ich mir überlege, wie ich mein Unternehmen auf Kurs bringe und keinen Finger mehr krum machen muss.

Aktiv hinterfragen und Erfahrungen machen

Vorurteile bauen wir am besten ab, indem wir gegenteilige Erfahrungen machen. Aber sie sind hartnäckig. Eine einfache Frage würde genügen, um die eigene Meinung über unsere Mitmenschen dauerhaft zu ändern:

 Kann ich absolut sicher sein, dass es ist, wie ich denke? 

Kann ich sicher wissen, dass der Bauarbeiter dort drüben ein härteres Leben hat als ich?

Hätte ich ihm angesehen, dass er in seiner Heimat Forstingenieurwesen studiert hat und seinen Beruf als Jäger aufgab, um nach Deutschland zu kommen? Wahre Geschichte.

Ich kenne immer nur mein Bild von dir

Kann ich absolut sicher wissen, wie die Menschen sind?

Die Ausländer. 

Die Busfahrer.

Die Katzenbesitzer.

Männer.

Frauen.

Polizisten.

Den Mensch nicht mit seinem Titel oder der Etikette zu verwechseln, die wir ihm aufkleben, ist eine hohe Kunst, denn wir sind umgeben von Vorurteilen und wachsen damit auf. Sich ständig aufs Neue zu fragen, was ich davon sicher wissen kann, erweitert nicht nur den Horizont. Es lässt uns enger zusammenrücken. Alle.

Willst du deine Vorurteile wirksam hinterfragen oder nicht mehr unter den Urteilen anderer Leiden? In einem Coaching mit mir findest du Antworten.

Bild: Pixabay

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