Warum liebe ich jemanden, der mich schlecht behandelt?

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Warum lieben wir weiter? Eine Person verletzt uns oder es ist einfach so kompliziert. Warum oder wie kann die Liebe so stark sein, dass man selbst so etwas in Kauf nimmt. Dass man in Kauf nimmt, selbst verletzt und traurig zu sein. Ich verstehe es einfach nicht.“ Das hat mich Susanne (Name geändert) gefragt. Und ich verstehe es auch nicht, Susanne. Aber ich weiß mir zu helfen. Hier ist, was ich denke und tun kann.

Liebe Susanne,

danke für deine bewegende Frage. Ein Gedanke vorab: Was muss ein Mensch tun, damit meine Liebe für immer bleibt? Muss er so sein, wie ich ihn mir vorstelle? Muss er mich glücklich machen? Oder zumindest nicht unglücklich? Muss er mich lieben? Muss er mich vergöttern? Oder muss er das Gegenteil tun, damit ich ihn erobern kann, ihn für mich gewinnen kann?

Ich kenne das alles. Und es sind Illusionen.

Ich meine, dass niemand meine Liebe nehmen oder geben kann. Sie gehört mir. Dir! Wenn du jemanden liebst, auch wenn es kompliziert ist, dann ehrt dich das. Es sagt etwas über dich aus. Dass du großartig bist. Wir kennen das von Kindern. Egal, wie sehr wir sie verletzen, sie lieben uns. Hey, du hast vielleicht einfach dein Kinderherz nicht verloren. Wenn du jemanden liebst, der dich verletzt hat, dann hast du meinen tiefsten Respekt, meine Hochachtung.

Natürlich ist es kompliziert! Ich meine, wir wissen doch oft schon alleine nicht, was wir wirklich wollen. Wie sollen wir es dann mit einem Partner wissen? Erst, wenn es in uns einfach wird, erst wenn wir uns verstehen und zu wirklich einfachen Menschen werden, die wissen, was sie wollen – erst dann kann auch eine Beziehung einfach werden.

Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich bin wahrscheinlich der komplizierteste Mensch dieses Universums und hatte deswegen auch noch keine einzige einfache Beziehung.

Und wie oft bin ich weggelaufen? Jedes Mal. In der einen oder anderen Weise. Aber ich verurteile mich nicht dafür. Ich habe getan, was ich konnte. Irgendwann hat es zu sehr weh getan. Und weil ich nicht vor mir selbst weglaufen kann, bin ich vor meinen Partnerinnen weggelaufen. Denn was mir wirklich wehtut, ist das, was ich über sie glaube. Es ist das, was ich auch über mich glaube. Über die ganze Welt.

  • “Du machst mir das Leben zur Hölle”
  • “Du kritisierst nur an mir rum.”
  • “Du lässt mich nicht so sein, wie ich bin”
  • “Du hast mich betrogen”

Das alles glaube ich und es ist die Hölle – bis ich sehe, wie oft ich mich selbst betrogen habe. Wie oft ich an mir herumkritisiere und deswegen so verletzlich bei Kritik des anderen bin.

Wie oft habe ich mich in meinem Leben bedingungslos gemocht? Dreimal? Viermal? Und wie sehr habe ich doch sie betrogen! Mit mir selbst. Indem ich nur mit mir beschäftigt war und sie gar nicht wirklich gesehen habe.

Warum nehme ich es also in Kauf, verletzt zu werden? Weil ich es selbst bin. Und weil ich es von mir selbst gewohnt bin. Weil ich so oft gemeine, unfreundliche und verletzende Dinge über mich denke, dass ich damit klarkomme. Aber glücklich bin ich deswegen nicht.

  • Mir fällt etwas zweimal hintereinander herunter und ich denke: “Idiot!”
  • Ich rutsche vor anderen aus und schäme mich. Weil ich denke, dass ich keine gute Figur vor ihnen mache.
  • Ich denke, sie mag mich nicht. Und währenddessen vergesse ich mich selbst total, weil ich so verzweifelt nach Anerkennung und Liebe suche. Ich sage Dinge, die ich nicht wirklich meine. Verstelle mich.

DAS verletzt nicht nur. Das macht mich krank.

Was ich für mich tun kann

Ich sehe nach, wie mich der oder die andere verletzt und schreibe es mir auf. Ich werde ehrlich zu mir selbst und frage mich, ob ich finde, dass der andere Recht hat.

Ich fühle in mich hinein, während ich verletzt bin und schaue nach, ob das Schlimme mein Gefühl ist, oder das, was der andere sagt oder tut: Was ist besonders schrecklich für mich? Was bedeutet es, dass sie oder er tut, was er tut? Was sagt es meiner Meinung nach über mich aus? Das, was es meiner Meinung nach über mich aussagt, ist erst der richtige Hammer. Es haut mich um. Der andere mag böse schauen oder etwas Verletzendes sagen. Aber in mir bricht alles zusammen, weil…. das muss jeder für sich herausfinden.

Und in anderen Fällen: Ist es nicht besonders schlimm, dass ich die Verletzungen in Kauf nehme, anstatt einfach zu gehen? Was denke ich da, warum verbiete ich mir, zu gehen? Wie oft bin ich in schlechten Situationen geblieben, weil ich nicht unhöflich sein wollte? Weil ich den anderen nicht verletzen wollte? Weil ich so sehr mit ihm oder ihr beschäftigt war, dass ich ganz vergessen habe, dass ich auch einfach gehen könnte?

Für mich ist Liebe mehr, als die Liebe für einen bestimmten Menschen. Mehr lesen: Alles Wichtige ist aus Liebe gemacht – und nichts ist unwichtig

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Bild: Foundry

2 Kommentare
  1. Dennis
    Dennis sagte:

    Eine total sinnlose Antwort, die überhaupt nicht auf die Situation der Fragestellerin eingeht, sonderm im Wesentlichen nur seine eigene Gefühlswelt beschreibt. Es ging hier nicht um Dich, und wenn Du Komplexe hast, mache eine Therapie, aber führe besser nicht einen Blog und preise ein Buch an, was vermutlich auch rein subjektiv ist…

    Antworten
    • Gidon Wagner
      Gidon Wagner sagte:

      Hallo Dennis, ja, Du hast Recht. Ich beschreibe meine Erfahrung und viele Leser sagen mir, dass sich ihre Erfahrungen mit meinen decken. Das ist meine Aufgabe auf dieser Seite – nicht über irgendwelche Theorien zu schreiben, sondern über das, was mich berührt, begeistert, bewegt. Ich selbst habe so von anderen gelernt, indem sie über ihre Erfahrungen gesprochen haben und ich probiert habe, danach zu leben. Jeder findet seinen eigenen Weg, mit Verletzung und Schmerz umzugehen. So wie auch meine Interview-Partner aus meinem Buch. Und manche der Wege können Dir und den anderen Lesern eine Inspiration, eine Hilfe sein. Das hoffe ich und das weiß ich inzwischen auch aus dem, was meine Leser und Zuschauer berichten. Sonst hätte ich diese Seite schon längst eingestellt.

      Du hast vielleicht das Gefühl, dass ich nicht auf Susannes Probleme in meiner Antwort eingehe, weil ich aus der „Geschichte“ aussteige und auf ein Problem eingehe, das dahinter steht aus meiner Erfahrung. Wenn der Körper krank ist, braucht er andere Nahrung, andere Gewohnheiten, vielleicht eine andere Umgebung. Und bei seelischen Schmerzen und Verletzung ist es ähnlich, aus meiner Erfahrung. Wir glauben, was wir denken ist die einzige Wahrheit – wenn unsere Gedanken großteils düster sind und sich um Probleme drehen, ist das, als würden wir jeden Tag Pommes essen (und Benzin trinken).

      Die Heilung ist, bewusst die Perspektive zu erweitern, zu wechseln. Dadurch lassen wir neue Gedanken in unseren Verstand, essen immer seltener nur Pommes. Wir (ich und viele andere, von denen ich das weiß) erkennen, dass jeden Tag diese „Pommes“ zu essen nicht nötig ist. Das hat nichts mit Leugnung der Realität zu tun. Das Leben IST mehr als das, was wir denken. Das ist die Medizin für den Verstand. Und das lindert unsere mentalen Leiden (und auch körperlichen Leiden). Und dann bleibt mit der Zeit nur noch Gutes übrig, ein ausgewogener Geist und auch ein Körper, der nicht mehr unter chronischer Negativität leidet.

      Ich habe noch einen weiten Weg vor mir und glaube, dass es auch anderen helfen kann, ihn zu dokumentieren.

      Liebe Grüße,
      Gidon

      Antworten

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