Was wäre, wenn du schon längst derjenige bist, der du sein sollst. Von dem du schon immer geträumt hast? Wäre das nicht das Paradies, von dem die religiösen Leute sprechen?

Was wäre, wenn du dich kein bisschen verändern müsstest, um glücklich zu sein?

Was wäre, wenn sich dein Leben kein bisschen verändern müsste, um damit zufrieden zu sein?

Was wäre, wenn das hier das Ende wäre? Würdest du dann nicht jeden Atemzug auskosten wollen? Wärst du nicht dankbar für jede weitere Sekunde, jeden weiteren Augenschlag?

Es sind meine Wünsche und Vorstellungen, die mich von der Perfektion fernhalten. Wie das Leben sein sollte. Wie es nicht hätte sein sollen. Alles Phantasie. Es ist, wie es ist.

Ich wünschte, ich müsste nicht so viel darüber nachdenken. Ich wünschte, ich könnte jeden Moment das leben, was ich hier schreibe. Meistens bin ich aber irgendwo zwischen zwei Gedanken, zwischen zwei Sehnsüchten, zwischen zwei Ideen.

Nichts gegen die Ideen. Nichts gegen die Vorstellungen. Nichts gegen die Wünsche. Aber ich lebe in einer Traumwelt, wenn ich nicht wenigstens fünf Minuten mal einfach ankomme und wirklich hier bin.

Immer in der Zukunft. Immer in der Vergangenheit bin ich. Ich repariere Dinge, die schon längst vorbei sind und bereite mich auf Dinge vor, die wahrscheinlich nie passieren werden.

Weil ich ein Denkapparat bin. Deswegen ist mir oft schlecht. Nichts ist dem Hirn so nah, wie der Magen. Zum Glück habe ich meine Wege, um immer wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen: Ich weiß einen Scheiß. Ich glaube. Glaube, dass ich weiß, was passieren wird. Dass ich weiß, was ich brauche. Was ich will. Und in einer Minute stehe ich auf und tue etwas ganz anderes. Weil das bin ich. Dieses spontane Wesen, das in jeder Sekunde das Richtige tut; wenn ich nicht darüber nachdenke. Dann kann ich einfach sein.

Ich bin ich selbst, wenn ich aufhöre verstehen zu wollen. Hallooo!? Hier spielt die Musik. Nur hier. Nicht nachher. Nicht wo anders. Ich kann mir eine Fahrkarte kaufen und in die Tram einsteigen, ohne mich bereits am Ziel sehen zu müssen. Ich kann jeden Schritt genießen.

Dann muss ich mich nicht mehr anstrengen, mich zu lieben. Von anderen geliebt zu werden. Ich liebe mich, weil ich mir selbst Aufmerksamkeit schenke. Und verliere den Sinn für Trennung. Was ist schon getrennt? Was hängt nicht zusammen? Die Wissenschaft weiß es. Wenn ich nah genug heran zoome, ist nur noch leerer Raum zu sehen. Und zwei Quanten, das Zeug, aus dem alles ist, können zur selben Zeit am selben Ort sein. Was kann da wirklich ganz und gar getrennt sein?

Kein Wunder, dass ich mich so leicht fühle, wenn ich mich zu Abwechslung mal nicht nur als grimmige Grübelmaschine verstehe. Wenn ich einfach dahin lebe.

Ich habe Pläne und Ziele. Aber ich gehe irgendwie nur halb dort hin. Ein Teil hat aufgehört, ihnen entgegen zu hasten.

Dann tue ich Dinge, als würde ich sie nicht tun. Weil ein Teil von mir ist schon angekommen. Er ist schon da, wo er sein will.

Ein Gefühl, das den Begriff „himmlisch“ verdient hat. Wir sind im Himmel geboren und müssen nicht erst sterben, um da hin zu kommen. So kann sich leben anfühlen.

Gute Nacht!

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